FAQ – Warum stimmt der EK beim dynamischen Vertragsimport nicht mit dem Artikelstamm überein?
Stand: 07/2026
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Betrifft
- 📦 Vertrieb
- 💶 Buchhaltung
Frage
Warum importiert der dynamische Vertragsimport einen alten oder falschen Einkaufspreis (EK), obwohl der EK im Artikelstamm bereits aktuell ist – und warum tritt das oft nur bei einem einzelnen Kunden auf, bei anderen aber nicht?
Kurzantwort
Der dynamische Vertragsimport übernimmt den EK nicht 1:1 aus dem Artikelstamm, sondern durchläuft dieselbe Preisfindungslogik wie NEXOWARE c-entron ERP selbst. Wird nach einer EK-Änderung am Artikel trotzdem noch der alte Preis importiert, liegt das fast immer an einer Mengenstaffel oder einer Sondervereinbarung, die bei der Artikelstamm-Änderung nicht automatisch mitaktualisiert wird.
Lösung / Überblick
Schritt A – Woher kommt der EK: Datei oder NEXOWARE c-entron ERP?
Der EK wird aus NEXOWARE c-entron ERP (statt aus der Importdatei) ermittelt, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:
- die Schnittstelleneinstellung „EK aus Import ignorieren" ist aktiv, oder
- in der Importzeile ist kein EK vorhanden bzw. keine Spalte auf den EK gemappt, oder
- der EK aus der Datei ist ≤ 0 und die Einstellung „negativen Import-EK verwenden und Artikel-EK ignorieren" ist nicht aktiv.
Trifft keine dieser Bedingungen zu, wird der EK aus der Datei 1:1 übernommen.
> ⚠️ Wichtig: Diese Weiche entscheidet nur „Datei oder NEXOWARE c-entron ERP" – sie legt nicht automatisch fest, dass danach der reine Artikelstamm-EK verwendet wird. Das entscheidet erst Schritt B.
Zusatz – Globale Kalkulationsfaktoren (falls der EK aus der Datei kommt)
Wird der EK laut Schritt A aus der Importdatei übernommen, greift zusätzlich eine globale Einstellung unter Einkauf → Einstellungen → Belege → WE-Kalkulation:
- Kalkulationsfaktor für Eigenartikel: wird ausschließlich auf den Datei-EK angewendet –
EK (Datei) × Faktor = angezeigter EK. Faktor1= keine Veränderung,1,035= +3,5 %. Die Einstellung gilt datenbankweit, nicht je Kunde, Schnittstelle oder Vertrag – sie kann also nie den Unterschied zwischen zwei Kunden erklären. Greift nicht, wenn „EK Preis des Imports ignorieren" aktiv ist oder keine EK-Spalte gemappt ist – dann läuft ausschließlich die Preisfindungskette aus Schritt B, und der Faktor bleibt außen vor. Derselbe Faktor wird außerhalb des Imports auch bei der WE-Kalkulation und beim automatischen Preisupdate im Artikelstamm verwendet. - Kalkulationsfaktor für Fremdartikel: wird beim dynamischen Vertragsimport nicht ausgewertet – folgerichtig, denn Fremdartikel können über den dynamischen Vertragsimport ohnehin nicht importiert werden. Der Faktor greift nur beim Projektpreis-Import (dort wird der importierte Preis mit diesem Faktor multipliziert und als Sondervereinbarungs-EK gespeichert) sowie beim Anlegen neuer Artikel aus Fremdartikel-/Distributorlisten. Indirekt relevant kann er trotzdem sein: Wurde die Sondervereinbarung des betroffenen Kunden seinerzeit über den Projektpreis-Import angelegt, steckt dieser Faktor bereits im dort gespeicherten festen EK – nachträglich ändert sich dieser Wert aber nicht mehr.
> ⚠️ Warnhinweis: Das Feld „Kalkulationsfaktor für Eigenartikel" sollte nie leer oder 0 sein. Beim dynamischen Vertragsimport wird der hinterlegte Wert direkt auf den Datei-EK multipliziert – ohne die Absicherung „leer/0 wird wie 1 behandelt", die an anderen Stellen (WE-Kalkulation, Preisupdate) vorhanden ist. Ein leeres oder auf 0 stehendes Feld würde dort zu EK 0,00 führen.
Schritt B – Die vollständige Preisfindungskette (wenn NEXOWARE c-entron ERP-EK gezogen wird)
Reihenfolge, in der der EK bestimmt wird:
- Fremdartikel: EK wird direkt vom Artikel übernommen – Ende der Kette. (Hinweis: Fremdartikel können über den dynamischen Vertragsimport ohnehin nicht importiert werden. Dieser Punkt gehört zur allgemeinen Preisfindungslogik des ERP und wird hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt – für den dynamischen Vertragsimport ist er in der Praxis nicht relevant.)
- Sondervereinbarung mit festem EK (nicht Modus „prozentuale EK-Reduzierung"): gewinnt sofort, unabhängig von Artikelstamm und Staffelpreisen.
- Basis (wenn 1 und 2 nicht greifen): EK aus dem Artikelstamm.
- Lager-EK: entfällt beim Vertragsimport immer, da kein Lager übergeben wird.
- Mengenstaffel: Wird eine Menge importiert und nutzt der Zielvertrag Staffelpreise (Kennzeichen „mit Staffelpreisen", von der Vertragsart vorbelegt; ohne ermittelbaren Vertrag gelten Staffelpreise immer), wird der EK der höchsten passenden Staffelstufe genommen. Dieser überschreibt den Artikelstamm-EK.
- Prozentuale EK-Reduzierung aus der Sondervereinbarung wird auf das Ergebnis angewendet.
- Währungsfaktor des Artikels zum Schluss.
> Zur Einordnung (nicht Teil der EK-Kette): Die VK-Seite folgt einer analogen Logik über „VK aus Import ignorieren", kundenspezifische Sonderpreise, Preisliste, Staffel-VK und Sonderpreisarten. Steht die Sonderpreisart auf „Aufschlag auf EK", schlägt ein falscher EK direkt auf den VK durch.
Hintergrund
> Am häufigsten liegt die Ursache an Punkt 5 (Mengenstaffel) oder Punkt 2 (Sondervereinbarung) der Preisfindungskette: Dort steht noch ein alter EK-Wert. Beide werden bei einer EK-Änderung im Artikelstamm nicht automatisch nachgezogen und erscheinen auch nicht im Preisänderungslog des Artikels. Das erklärt auch, warum das Problem oft nur bei einem einzelnen Kunden auftritt: Nur dort greift wegen Menge/Vertragsart die Staffel bzw. existiert eine Sondervereinbarung.
Häufige Fehler
- Es wird angenommen, der Import übernehme den Artikelstamm-EK 1:1, ohne die Preisfindungskette zu berücksichtigen.
- Eine geänderte Mengenstaffel wird nicht kontrolliert, weil sie nicht im Preisänderungslog des Artikels erscheint.
- Eine bestehende Sondervereinbarung mit festem EK wird übersehen – sie gewinnt unabhängig vom Artikelstamm.
- Es wird nicht geprüft, ob der Zielvertrag überhaupt Staffelpreise nutzt (
WithStaffelPrice). - Ein unterschiedlicher EK zwischen zwei Kunden wird auf die globalen Kalkulationsfaktoren (Eigenartikel/Fremdartikel) zurückgeführt – diese sind jedoch datenbankweit und können einen kundenspezifischen Unterschied grundsätzlich nicht erzeugen.
- Der Kalkulationsfaktor für Fremdartikel wird beim dynamischen Vertragsimport als wirksam angenommen – er wird dort tatsächlich nicht ausgewertet, da Fremdartikel über diesen Import ohnehin nicht importiert werden können.
> 👉 In diesen Fällen bleibt der alte oder falsche EK im Import bestehen, bis Staffelzeile bzw. Sondervereinbarung manuell korrigiert werden.
Tipp
> Nach Korrektur der Staffelzeile bzw. Sondervereinbarung den Import erneut einlesen (ohne zu importieren) und den EK kontrollieren – so lässt sich die Korrektur ohne Risiko verifizieren, bevor tatsächlich importiert wird.
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